Pressemitteilung zur Demonstration „Unsere Häuser, unsere Kieze. Gegen die Stadt der Reichen!” in Berlin-Wedding

Unter dem Motto „Unsere Häuser, unsere Kieze. Gegen die Stadt der Reichen!” zogen am Dienstagnachmittag des 30. Aprils 2019 zwischenzeitlich fast 4000 Menschen durch den Berliner Stadtteil Wedding. Die seit 2012 stattfindende antikapitalistische Demonstration gilt als Auftakt für die Veranstaltungen und (stadtpolitischen-) Proteste rund um den 01. Mai. Der anhaltende Mietenwahnsinn in Berlin, also Verdrängung, Wohnungsnot, der Bau von Luxusneubauten, die Zwangsräumungs- und Entmietungpraxis sind dieses Jahr ein Schwerpunkt des Aufrufs. Die Demonstration zog an Orten im Wedding vorbei, welche sinnbildlich für die sozialen Verdrängungs- und Ausgrenzungsprozesse stehen. Durch Schilder und Transparente machten viele Nachbar*innen auf ihren Widerstand gegen den anhaltenden Ausverkauf der Stadt aufmerksam. Die Initiative zur Enteignung großer Immobilienkonzerne wurde unterstützt.

In den Redebeiträgen und Zwischenkundgebungen stellten die verschiedenen Initiativen ihre akutellen Kämpfe vor und thematisierten unter anderem die rassistischen Zustände in Ämtern und bei der Polizei, sowie die täglichen Jobcenter-Schikanen. Gegen das weiterhin in der Conelius-Frederiks-Straße (ehem. Lüderitzstraße) gepflegte deutsche Kolonialerbe, repräsentiert durch Straßennamen, wurde zu Widerstand aufgerufen.

„Alltäglich wollen wir uns gemeinsam mit unseren Nachbar*innen praktisch gegen Ausbeutung und Entrechtung organisieren! Der große Protest gegen den Ausverkauf Berlins muss in die Kieze getragen werden! Hier greift die kapitalistische Verwertungslogik in jedem unserer Lebensbereiche.“, sagt die Pressesprecher*in Emilia Bachmann. Im Verlauf des Protests ließ sich die Demonstration trotz Kriminalisierungsversuchen durch die Berliner Polizei, in Form von halbverdeckten Überwachungsaktionen, z.B. das Filmen von Mietshäusern und einer vollkommen überzogenen Einsatzpräsenz, nicht einschüchtern. Kämpfende Nachbar*innen wie zum Beispiel in der Amsterdamer-/Malplaquestr. 65, der Dubliner Str. 8 und der Koloniestraße 10 soldarisierten sich direkt mit dem Protest.

„Die Berliner Kieze als ein Eldorado für große Immobilienkonzerne und aggressive Investor*innen, bieten kaum noch soziale Räume für Leute mit wenig Geld.“ – „Die Notwendigkeit einer solidarischen Haltung und der Aufbau von konkreten, unkommerziellen und selbstverwalteten Räumen in unseren Nachbarschaften, liegt auf der Hand!“,so Pressesprecher Antonio Panda weiter. Die Demonstration erhielt durch die zahlreich an den Fenstern und vor den Läden im Kiez präsenten Zuschauer*innen, viel Zuspruch und konnte im Verlauf der Route einige Nachbar*innen zum spontanen Mitdemonstrieren animieren.

(02. Mai 2019)

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Demo-Hinweise
Ermittlungsausschuss Berlin (EA)
Tel. Nr. 030/692 2222
Kontakt

organize_wedding(at)riseup.net

Die Pressesprecher*innen stehen am Tag der Demonstration vor Ort und im Vorfeld für weitere Anfragen zur Verfügung.