Antikapitalistische Demonstration: Widerständig und Solidarisch im Alltag – Organize!
Interbrigadas – Redebeitrag

Liebe Leute,

von unserer Brigade im vergangenen März bringen wir euch die Grüße der vielen migrantischen Landarbeiter*innen aus Andalusien, im Süden Spaniens mit. Während bei uns die Natur wieder zum Leben erwacht und das Maigrün die Straßen säumt, läuft die freudlose Massenproduktion des Obst und Gemüses in Andalusien schon seit Oktober auf Hochtouren. Im März haben wir uns zum vierten Mal einen Monat lang an die Seite der Arbeiter*innen gestellt, die sich auflehnen gegen die beispiellose Ausbeutung und den Rassismus in Almería.

Ihr fragt euch, was hat das mit uns zu tun? Schaut selbst! Wirklich jeder Supermarkt in diesem Kiez verkauft Tomaten, Gurken und Salat aus diesem Plastikmeer! Egal ob konventionell oder „bio“: die Skandale reichen von illegalen Hungerlöhnen, Entlassungen der Gewerkschaftsmitglieder, über fehlende Schutzkleidung, bis hin zu sexualisierter Gewalt. Ein Stück dieser Verhältnisse findet sich täglich direkt vor unserer Nase: auf unseren Tellern.

Doch es geht uns nicht um euer schlechtes Gewissen, einen „kritischen Konsum“, um die Flucht in die heile Welt einer regionalen, oder gar solidarischen Landwirtschaft – nein! Es geht uns darum zu zeigen, dass der politische Kampf komplizierter und es zu einfach ist, sich auf scheinbar widerspruchslose Inseln zurückzuziehen. Es geht darum zu zeigen, dass der politische Kampf am Ende von uns, unserem Kiez, über unsere Stadt, bis nach Andalusien und weit darüber hinaus reichen muss. Denn es gibt kein Außerhalb des globalen Kapitalismus und kein Außerhalb der Geschichte, wir sind mitten drin!

Und am Ende geht es deshalb darum, dass wir uns daran messen lassen müssen, welche schöpferische Kraft wir langfristig entfalten können, über unseren kleinen Kreis hinaus. Wir brauchen diese Kraft, um über die ewigen Abwehrkämpfe hinaus zu kommen und wir sind auf einem guten Weg! Alle Interessierten, die sich diesbezüglich aktiv einbringen wollen, laden wir herzlich ein in unser Büro im Wedding, in der Genter Str. 60. Leute, die Stimmung ist kämpferisch, es regt sich Widerstand in Berlins Häusern. Wir müssen die Situation klug nutzen und uns eines klarmachen: Unser Kiez ist überall! Das spanische Gemüse auf unseren Tellern sollte uns täglich daran erinnern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.