Antikapitalistische Demonstration: Widerständig und Solidarisch im Alltag – Organize!
Hände weg vom Wedding & Dubliner – Redebeitrag

Verdrängung hat viele Gesichter- eines davon sind die vielen Neubauprojekte, welche derzeit im Wedding und in der direkten Nachbarschaft dazu errichtet werden. Angeblich sollen sie das Wohnungsproblem lösen.

An vielen Stellen werden marode Gebäude abgerissen, die letzten Brachflächen bebaut und wir stellen uns die Frage: Wer baut hier eigentlich was und für wen? Und wer kann den Wohnraum, die Ateliers, die Hotels und Hostels dann eigentlich beziehen? Wir stellen die Frage, ob Neubauten und Modernisierungen wirklich den aktuellen Bedarf an Wohnraum decken und welche Auswirkungen die Errichtung dieser Bauten auf die
umliegenden Kieze hat.

Wir stehen hier vor dem Microapartment-Projekt Youniq. Hier hat die „CORESTATE Capital Group“ 160 hochpreisige möblierte Wohnungen mit hohem Wertsteigerungspotenzial? geschaffen. Andere Projekte im Wedding werben mit Slogans wie ?Wohnwert trifft Mehrwert? oder ?Mein Sohn will zum Studieren nach Berlin, ich zum Investieren? und versprechen Renditen bis 5% für die Anleger*innen. Mieten zwischen 500 und 1.120 Euro für ein einzelnes Zimmer werden sich die meisten Menschen hier kaum leisten können. Dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum ist das sicher nicht. Aus der Wohnungsnot wird reine Profitabsicherung.

Neubauprojekte wie das Youniq stehen allerdings nicht nur für sich, sondern sie betreffen die gesamte Nachbarschaft. Durch die absurd hohen Mietpreise steigt langfristig auch der Mietspiegel durch eine angeblich attraktivere Wohnlage bei den umgebenden Mietwohnungen und damit die Mieten im gesamten Kiez.

Dadurch wird ein Prozess der Verdrängung von Alteingesessenen und ärmeren Menschen in Gang gesetzt. An diesem Prozess verdienen die Vermietenden, die die „freigewordenen“ Wohnungen zu wesentlich höheren Preisen neu vermieten können. Der Wohnraum wird damit insgesamt immer teurer und am Ende für niemanden mehr bezahlbar.

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